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500-jährige Schultradition in Neresheim

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts - in einer Zeit also, da das Volksschulwesen noch in den allerersten Anfängen steckte - gingen die Bürger der Stadt Neresheim daran, eine Elementarschule zu gründen. In der von Pfarrer Johann Evangelist Schoettle verfassten Neresheimer Stadtchronik ist darüber unter anderem folgendes zu lesen: "... Unstreitig fuhren sie hierin vor, ohne Rat, Gutheißen und Bewilligung des Abtes, scheinen aber dennoch an das Kloster Unterstützungsanträge gemacht zu haben. Das Kloster protestierte dagegen. Diese Angelegenheit kam nun an den Grafen Joachim in Wallerstein. Am Aftermontag nach St. Paulus Bekehrung des Jahres 1496 verordnet und vergleicht nun Graf Joachim wegen der Schule in der Stadt Neresheim von Dato dies Briefs zwei Jahren aus daselbst eine Schule zur Belehrung und Zucht ihrer Kinder halten mögen ..."
Die Schule musste also innerhalb von zwei Jahren ins Leben gerufen worden sein. Und ohne Zweifel ist dies auch geschehen, denn bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist Georg Beermuth als "ständiger Schulmeister" verzeichnet. Damit zählt die Neresheimer Schule zu den ältesten Volksschulen unseres Landes überhaupt.

Was anfangs Privatsache einiger einsichtsvoller Bürger gewesen sein mag, entwickelte sich bald zu einer allgemeinen Gemeindesache. Sind auch die Notizen aus dem 16. Jahrhundert sehr spärlich, so ist doch sicher, dass die Schule ununterbrochen Bestand hatte. 1501 wurde mit einem Aufwand von 120 Gulden - die Frondienste nicht eingerechnet - das erste Neresheimer Schulhaus errichtet.
Aus dem Jahr 1556 stammt ein Erlass des Grafen von Oettingen-Wallerstein, der die Schirmvogtei über die Stadt innehatte, die Lehrerbesoldung in Neresheim betreffend. Und Abt Melchior baute ums Jahr 1600 das zweite Schulhaus an der Stelle des heutigen Pfarrgartens, das bis 1727 diesem Zweck diente, dann als Pfarrscheuer Verwendung fand und 1920 abgerissen wurde. An seine Stelle trat der 1729 umgebaute bisherige Zehntstadel hinter dem "alten Schulhaus" (erbaut 1836) an der Kürschnergasse.

Doch nicht immer konnte die Neresheimer Schule ungestörte Arbeit leisten. Immer wieder brachten Kriegsereignisse schwere Rückschläge: 1801 (während der Franzosenkriege) "war die Schule nicht geschätzt und betrieben, höchstens noch eine Gelegenheit, im Winter der Kinder ledig zu werden. Die Kinder kamen, wann und wie sie oder ihre Eltern wollten..."
Doch nach den Kriegsjahren und der Notzeit von 1816 - 1819 (schlechte Ernten, Epidemien) ging es auch mit dem Schulwesen wieder aufwärts. 1836 konnte die Stadt ein neues Schul- und Rathaus einweihen, das für damalige Verhältnisse großzügig und solid gebaut war, so dass es bis in unsere Zeit herein noch seine Dienste tat. Im Jahr 1913, genau 100 Jahre nachdem die Schule zweiklassig geworden war, erhielt sie die dritte Lehrerstelle, so dass neben der 1846 gegründeten Realschule, heute Progymnasium (das 1996 sein 150-jähriges Jubiläum feiern konnte), nun kein Platz mehr für das Rathaus im Gebäude war. Es wurde daher an seinen heutigen Platz im "Kastenhaus" verlegt.

Was anfangs Privatsache einiger einsichtsvoller Bürger gewesen sein mag, entwickelte sich bald zu einer allgemeinen Gemeindesache. Sind auch die Notizen aus dem 16. Jahrhundert sehr spärlich, so ist doch sicher, dass die Schule ununterbrochen Bestand hatte. 1501 wurde mit einem Aufwand von 120 Gulden - die Frondienste nicht eingerechnet - das erste Neresheimer Schulhaus errichtet.
Die Jahre nach 1945 brachten den riesigen Zustrom der Heimatvertriebenen, so dass die Schülerzahlen emporschnellten und weitere Lehrerstellen geschaffen werden mussten. Mehrere Notlösungen im Rathaus und im katholischen Kindergarten überbrückten die Raumnot, bis 1962 die neue Grund- und Hauptschule eingeweiht werden konnte (heute Progymnasium).
Am 4. Dezember 1972 wurde die neue Grund- und Hauptschule (Härtsfeldschule) eingeweiht. Als Gastgeschenk überbrachte der damalige Kultusminister Hahn die Genehmigung zur Errichtung einer Realschule, die dann zum Schuljahresbeginn 1973/74 ihre Pforten öffnete.

Zusammengefasst also:
510 Jahre Volksschule - 26 Jahre Härtsfeldschule und 25 Jahre Realschule - Eckdaten einer langen Tradition schulischer Bildung auf dem Härtsfeld!