Härtsfeldschule macht fit für die Ausbildung

Aktivitäten im Bereich Berufsorientierung und Unterstützung der Schüler beim Übergang in Ausbildung an der Härtsfeldschule Neresheim
Auszüge aus den Vorträgen von Schulleiter Heinz Schmidt im Wirtschafts-ministerium in Stuttgart im November 2017 und vor Vertretern des Wirtschafts- und Kultusministeriums im Januar 2018.

Übergänge in die duale Ausbildung

Welche Gelingensfaktoren spielen eine Rolle für die im Landesvergleich so hohe Übergangsquote der Härtsfeldschüler in die duale Ausbildung?

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ländlicher Raum und trotzdem hohe Industrie- und Handwerksdichte
- „Wertschätzung von Arbeit
- die schulische Bildung und Erziehung an der Härtsfeldschule wird von Eltern, Schülern und Betrieben wertgeschätzt
- große Unternehmen mit starkem Interesse an unsere Schüler zu kommen – auch mit Quotenreservierung bei Praktikumsplätzen
- vor allem arbeiten wir eng mit unseren lokalen Bildungspartnern Weisser Spulenkörper, HGV Neresheim „Härtsfeld aktiv“ (über 100 Mitglieder), Fa. Traub, Wagner-Gärten, Fa. Wirth elektrotechnik zusammen
- Netzwerk „Verantwortungsgemeinschaft Übergang Schule – Beruf im Ostalbkreis“
- das Lehrerkollegium teilt dieses Wertesystem der „Kultur der Wertschätzung der dualen Ausbildung“; wir wissen um unsere Vorbildfunktion in punkto Arbeitshaltung und Wertevermittlung
- Be-Stärkung der Schülerinnen und Schüler in ihrem Streben nach einer Berufstätigkeit (Vorrang des Ausbildungsplatzes vor einem Schulplatz nach dem HAP nach Klasse 9 und dem RAP nach Klasse 10; schulische Weiterbildung im Anschluss)
- Pflege des Netzwerkes: Ausbildungsleiter + Bildungspartner + Agentur für Arbeit + Eltern + Projekt Zukunft + Berufsschulen + Arbeitskreis Schule/Wirtschaft + IHK + Südwestmetall + Handwerkskammer
- „man kennt sich persönlich“: Vernetzung – Kooperation – Informationsaustausch
- Verlässlichkeit bei der Notengebung

die Berufsorientierung ist ein Schwerpunkt unseres Schulcurriculums(s. Berufwegecurriculum [104 KB] )

Konkretisierung:

1) Berufswegeplanung
2) Netzwerk Betriebe – Schule
3) Unterstützungssysteme

1) Berufswegeplanung
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in jedem Schuljahr, beginnend mit Kl. 5, beschäftigen sich die Schüler mit Fragen und Themen zum Beruf und zur Arbeitswelt – aufgebaut als Spiralcurriculum (dargelegt im Berufswegecurriculum der Härtsfeldschule)
- Grundlagen legen für die Ausbildungsreife beginnend in Kl. 5 mit Lernstanddiagnosen und individueller Förderung
- Realbegegnung mit der Ausbildungs- und Arbeitswelt; wir legen Wert auf Praktika in den Ferien
- ebenso entscheidend ist das Herausbilden und Schulen von überfachlichen Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, Übernahme von Verantwortung und die Wertschätzung des eigenen Tuns
- und schließlich sind unsere ehemaligen Schülerinnen und Schüler die besten Ausbildungsbotschafter

Bilder vom Marktplatz der Berufe und Handwerkertag

2) Netzwerk Betriebe – Härtsfeldschule
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das Miteinander ist der entscheidende Auslöser für die Ausbildungsplatzfindung – ein Geben und Nehmen
- Marktplatz der Berufe (Idee SMV) und Handwerkertag - ca. 100 verschiedene Berufe werden vorgestellt (u. a. ehemalige Schüler stellen ihre Ausbildungsberufe vor – nicht nur theoretisch, sondern auch haptisch)
- individuelle Förderung und Nachqualifizierung von Schülern
- SINUS 9 (mit Bildungspartner Weisser Spulenkörper) für Werkrealschüler mit Hauptschulabschluss, die in eine Ausbildung im Bereich Metallverarbeitung / Elektrotechnik gehen, um Realschulniveau in der Berufsschule gewährleisten zu können
- Neresheimer Ausbildungs- und Berufsmesse (Kolping + HFS) mit Teilnahme von zwischen 60 und 70 Industrie- und Handwerksbetrieben, Dienstleistungs- und schulischen Ausbildungsanbietern
- wir brauchen in der Schule die Rückmeldung aus den Betrieben und hören zu
- wir informieren die Betriebe über neue Schularten, den neuen Bildungsplan und die Abschlüsse und über die unterrichtliche Arbeit in Technik, den MINT – Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und im hauswirtschaftlichen Bereich (Inhalte, Ausstattung, etc.)
- wir unterstützen die Nachsorge für Auszubildende mit Schwierigkeiten (Härtsfeldschule als Anlauf- und Vermittlungsstelle für die Weiterleitung)

Bilder von der "NABM" 2018

3) Unterstützungssysteme
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an erster Stelle ist die Agentur für Arbeit zu nennen
- die zuständige Berufsberaterin, Frau Kleefeld, ist jede Woche einen Tag in der Schule (Einzelberatung für Schüler und Eltern, Beratung und Austausch mit den Lehrkräften, Elternabende, etc.)
- an zweiter Stelle das Projekt „Zukunft“ – ein Teil des regionalen Übergangsmanagements im Ostalbkreis
- die vertiefte Berufsorientierung nach §48 SGB III im Rahmen des Projektes Zukunft (Kooperation Arbeitsagentur + Ostalbkreis + SSA Göppingen + beteiligte Schulen)
- ein Mitarbeiter eines Bildungsträgers, Herr Elze von „eva Heidenheim“, führt als Bildungsbegleiter mit den Schülern „Berufsorientierungsmodule“ in den Klassen 7 – 9 durch (in enger Kooperation mit der Berufsberaterin und der Schule)
- Zielsetzung: möglichst viele Schüler in passende Ausbildungsverhältnisse zu vermitteln; besonders die schwierigen Fälle
- der Beharrlichkeit der Verantwortlichen unseres Landkreises ist es zu verdanken, dass wir Schulen und damit unsere Schüler und deren Eltern, im Rahmen dieser Verantwortungsgemeinschaft Ostalbkreis vielfältige Unterstützung beim Übergangsprozess Schule – Beruf erhalten
- „Keiner darf verloren gehen!“ ist die Vision, die dahintersteht
- schließlich ist noch die Kooperative Berufsorientierung (KooBO), ein mit ESF-Mitteln gefördertes Projekt des Kultusministeriums zu erwähnen: unter Begleitung eines beruflichen Bildungsträgers (BBQ) wird an der Härtsfeldschule in Kl. 5/6 das Projekt „Räder in der Alltagswelt“ durchgeführt

HFSHerzlich – Fair – Stark
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Wertevermittlung, Erziehung und ganzheitliche Bildung
- unsere Schüler werden gestärkt: Wettbewerbe, Auftritte, Praktika
- herzlich – fair – stark im Umgang untereinander: Schüler – Lehrer – Eltern – außerschulische Partner
- das Kollegium zieht an einem Strang; Kolleginnen und Kollegen wissen, dass es bei Unterricht, bei Bildung und Erziehung, auf sie als Lehrperson hauptsächlich ankommt: die Beziehung macht’s!

Ziel der Erziehungs- und Bildungsarbeit an der Härtsfeldschule ist, dass wir unsere Schüler prägen wollen:
- über das Schulklima: das Vor – Leben – den verantwortungsvollen Umgang
- über die Qualität: das Nach – Denken – die ansteckende Lernbereitschaft
- und über die Aktivitäten: das Mit – Machen – das selbstverständliche Engagieren, die Eigeninitiative

In diesem Sinne pflegen wir unsere Schulgemeinschaft – und fühlen uns in unserem Tun bestärkt, weil
- unsere Schule bei den Eltern und deren Kindern nachgefragt ist.
- wir durch unsere Bildungspartner in Industrie, Handwerk und Gewerbe ideell und materiell sehr großzügig unterstützt werden.
- unsere Schülerinnen und Schüler gefragte Auszubildende sind und wer will, auch einen Ausbildungsplatz bekommt.
- wir etwas auf die Beine stellen und unsere Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet werden (Schulpreise, Jugend forscht, etc.).

Wir erwarten von unseren Schülern, nicht weniger als, dass sie den guten Ruf „ihrer“ Härtsfeldschule bei Pflicht- und Ferienpraktika, bei Vorstellungsgesprächen und in der Berufsausbildung, in den Firmen und Betrieben, aber auch in den weiterführenden Schulen bestätigen.